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Großer Einsatz

KLEINE FLUGPLÄTZE – GROSSER EINS ATZ

Bei den elf Umland-Flugplätzen finden solche Anstrengungen für eine geschonte Umwelt und somit eine gute Nachbarschaft ihre Fortsetzung. Hier sind die Resultate oft ganz unmittelbar sicht- und messbar: Das Feedback gibt den Verantwortlichen das gute Gefühl, die richtigen Wege zu gehen.

In Finow etwa wurden die Belange des Umwelt- und Naturschutzes beim Bau einer Photovoltaikanlage durch Abstandsund Ausgleichsflächen so umfassend berücksichtigt, dass Naturschützer dort heute wieder Flora und Fauna beobachten, die zuvor „abgewandert“ waren. Am Flugplatz Neuhardenberg wird zur Zeit angestrebt, mit dem größten Solarpark Deutschlands – und bis dato auch Europas – auf 240 Hektar (145 Megawatt) einen messbaren Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Oehna ist schöner, sagen die Flieger. Und so melden auch die Flugplatzbetreiber: „Keine Probleme mit der Umwelt“. Reinsdorf hatte bei der Flugplatzentwicklung bereits in die Zukunft gedacht und westlich der Betriebsflächen ein Tannenwäldchen gepflanzt. Vom AeroClub Berlin wurde eine moderne Segelflug-Winde mit Gasmotor angeschafft. Die spart Energie, ist kaum hörbar – und die Segelflieger konnten ihre Starthöhen relevant verbessern.Konflikte gibt es immer mal. Ein Konfliktmanagement, gerade mit den Anwohnern, ist also ganz entscheidend: Beschwerden über Lärm am Flugplatz Ruppiner Land wurden und werden ernst genommen. Ein Arbeitskreis klärt die Meldungen von Lärmvorfällen auf.

Westlich und nordwestlich des Flugplatzes Schönhagen schränkt ein Vogelschutzgebiet den Radius der Motorflieger ein: hier gibt es nämlich ein Überflug- und Durchflugverbot nach §21 Luft-VO. Andererseits sollen aber auch die Ortschaften am Rand der Platzrunde nicht überflogen werden. Eine Lösung, die auch von den Naturschützern und den Anwohnern in der Nachbarschaft akzeptiert wird, ist: Das Naturschutzgebiet wird in Höhen von nicht unter 2.000 Fuß überflogen. Und bei Querabflügen mit kontinuierlichem Steigen sollen Richtungsänderungen unter einer Flughöhe von 1.500 Fuß und Überflüge der Ortschaften vermieden werden. Solche pragmatischen und gemeinsam getroffenen, lokalen Regelungen sind weit mehr als Schattenboxen, sie dienen tatsächlich der Natur ebenso wie der guten Nachbarschaft. Das gilt auch für die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, für die der Flugplatzbetreiber in den vergangenen 10 Jahren ca. 2,2 Millionen Euro investiert hat.

Weil der Flugplatz Saarmund im Landschaftsschutzgebiet liegt, wird nordöstlich des Autobahndreiecks Nuthetal dem Umweltschutz besonderes Gewicht beigemessen: Das Interesse der Flieger daran ist offensichtlich, denn die Notwendigkeit zum Umweltschutz ist es, die unter anderem den Platz vor flugplatzfremden Begehrlichkeiten schützt. So ist etwa die Umwandlung der Flächen in ein Gewerbegebiet dort schwer durchzusetzen.

Wie andernorts gibt es auch in Strausberg gerade unter den Fliegern eine große Zahl privat sehr engagierter Umweltschützer, die von sich selbst sagen: „Würde die Natur zugrunde gehen, natürlich würden wir dann keinen Spaß mehr am Fliegen haben.“ (siehe auch unsere Geschichte). Ebenso denken die Betreiber von Bienenfarm. „Umwelt- und Naturschutz sind unser ureigenstes Interesse. Wer sich – wie wir – überwiegend sportlich und durch eine gelassene Unternehmenskultur charakterisiert, kann darauf nicht verzichten.“

Ganz im Sinne der „Barnstormer“ aus den Anfängen der Fliegerei:
Bienenfarm wird auf einer Grasbahn betrieben. Versiegelte Flächen gibt es nur unter den Gebäuden, der Tankstelle sowie auf den Vorfeldern. Austropfendes Motorenöl wird durch Schutzmaßnahmen vermieden. Im eigenen Interesse, da der Flugplatz mit selbst gewonnenem Wasser arbeitet.